Babas Welt
Dienstag, 20. März 2012
Lit.Cologne, die Zwölfte: Javier Márquez Sánchez

.. und Gerd Köster, dem allerdings doch eine recht gehörige Portion Geduld abverlangt wurde, bis er endlich im Polizeipräsidium zum Einsatz kam und einige Passagen aus Sánchez' ersten Roman vorlesen konnte. Zuviel hatte der temperamentvolle und fast kindlich begeisterte Autor zu seinem Werk, das er ursprünglich nur für sich, "aus Spaß" und als Feier seiner langjährigen Liebe zu Horror- und Kriminalfilmen aus den 50er Jahren (besonders den Hammer-Horrorfilmen) verfaßte, in rollendem, viel zu schnellem Spanisch zu erzählen. Selbst der Moderator und Übersetzer Stefan Barmann hatte immer wieder Mühe, den Wortfluß zu bändigen und sein Konzept einigermaßen beizubehalten. Während ich mit viel Mühe so jedes vierte bis sechste Wort mitbekam, schien es dem überwiegenden Teil des Publikums doch eher schwerzufallen, den Ausführungen Sánchez zu folgen. Dabei ließ sich die Buchbesprechung zuerst durchaus interessant an, eine phantastisch anmutende Handlung ganz im Stil der Hammerfilme, mit einem grauenerregendem Massenmord gleich zu Beginn und einer abenteuerlichen Geschichte rund um einen geheimnisvollen Film aus den 20ern, der von Satan selbst gedreht sein sollte, und das Ganze aufs edelste besetzt, mit teils fiktiven Figuren, aber auch "realen" Charakteren wie Peter Cushing, der hier zufällig in die Geschehnisse verwickelt wird. Das alles machte schon richtig Lust auf das Buch, oder wenigstens mal auf ein paar der alten Hammerfilme - da hab ich wirklich schon lange keinen mehr gesehen. Viele sind mir aber noch durchaus präsent, die ganzen Draculas sowieso, aber auch die Frankenstein-Versionen, Der Fluch der Mumie, The Devil rides out, To the Devil a Daughter, The Hound of the Baskervilles und so viele andere. Und so hätte alles richtig schön werden können, aber dann enttäuschten die vorgelesenen Passagen aus dem Buch doch irgendwie. Wenn auch der Stil dem Genre ziemlich entsprach - bei dem Buch von The Devil rides out von Dennis Wheatley geht es mir ähnlich, ich komme da einfach nicht über diesen altbackenen, selbstherrlichen und umständlichen Stil weg - klang alles einfach zu verschwurbelt und hölzern, um richtig zu begeistern. Wenn die Taschenbuchausgabe herauskommt, überlege ich mir die Anschaffung vielleicht nochmal, aber vorläufig begnüge ich mich doch lieber mit ein paar Hammer-Filmen. Mal schaun, ob es sie bei Youtube gibt ...
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Lit.Cologne, die Zwölfte: der erste Ausfall

Schade, schade: ausgerechnet die Veranstaltung mit Julian Barnes heute mußte ausfallen. Hoffentlich ist dieser Netzhautriss nicht so schlimm, wie es sich anhört...
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Bücherliste 2012: 19.03.2012

Neu gelesen:

Jeffrey Eugenides, The Marriage Plot

Das Buch lässt sich fast noch besser an, als der Vorgeschmack darauf bei der Lesung schon vermuten ließ. Und ein paar nette Sätze zum zitieren, jetzt und später, finden sich auch.

"She'd become an English Major for the purest and dullest of reasons: because she loved to read."

(Jeffrey Eugenides, The Marriage Plot, 2011)
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Montag, 19. März 2012
Lit.Cologne, die Zwölfte: Jeffrey Eugenides

History repeats itself - manchmal tut sie das tatsächlich. Bei der Lesung auf der Lit.Cologne 2003 holte ich mir mein Exemplar des vorgestellten Buches auch erst nach der Lesung. Diesmal hätte ich es eigentlich besser wissen müssen, denn ein vorzeitiger Kauf hätte mir gut 20 Minuten in der Signierschlange erspart, aber was hilft's, es hat auch so hingehauen.
Und genau wie vor 9 Jahren war die Lesung das reinste Vergnügen. Zwar erinnerte die - ausdrücklich als Spiegelredakteurin vorgestellte - Moderatorin Susanne Weingarten irgendwie an die Moderatorin der Lesung von David Grand im gleichen Beitrag von 2003 wie oben (gut möglich, daß sie es tatsächlich war,) aber diesmal bekam sie trotz offensichtlich exzellenter Vorbereitung zu keiner Zeit die Gelegenheit, die Richtung der Lesung so zu dominieren wie bei Grand. Ihre Einführung - u.a. mit dem Bericht der aufwändigen Plakatwerbung für das Buch am Time Square, die Eugenides so amüsant wie peinlich fand (z. B. hier das Bild mit der berühmt gewordenen Weste, die inzwischen sogar einen eigenen Twitter Account hat) - war sehr gelungen, aber im Laufe des Abends scheiterte sie immer öfter bei ihren viel zu bemühten Übersetzungen von Eugenides' Antworten - die ohnehin fast jeder direkt verstand, sogar so gut, daß ein Übersetzungsfehler sofort lautstark korrigiert wurde (hätten sie sich das mal bei Günther Keil getraut ..).
Sehr interessant wurde es bei der Entstehungsgeschichte von "The Marriage Plot", wie die Hauptperson Madeleine aus einem anderen, abgebrochenen Projekt von Eugenides "gerettet" wurde und der Kontext des Buches, den Eugenides anhand von Beispielen aus den Heiratsromanen des 18. und 19. Jahrhunderts wie "Portrait of a Lady" und "Anna Karenina" erläuterte. Spätestens da wurde mir der Mund wässrig - siehe oben. Auch die deutschen Passagen, wunderbar vorgetragen von dem - herrje, eigens aus Frankfurt angereisten - Marc Oliver Schulze machten Lust auf das Buch.
Zum Abschluß ging es um die Bedeutung der Ehe und des Heiratens, der in den USA, wie bei sovielen anderen alten Traditionen immer noch mehr Bedeutung zugemessen wird als in Europa und ein Grundbedürfnis sogar für Menschen, für die sich die Frage garnicht stellen müsste, auszudrücken zu scheint, und wie sich so viele Denkstrukturen aus den vergangenen Jahrhunderten immer noch so hartnäckig halten. Jetzt bin ich wirklich gespannt auf das - nach einigem Anstehen, das aber doch recht zügig ging - erfolgreich signierte Buch. Thank you for a very enjoyable evening.
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Und hier nochmal, weils so schön ist, das Autogramm in Middlesex:

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Sonntag, 18. März 2012
Lit.Cologne, die Zwölfte: Werkstattgespräch I Katja Lange-Müller

Zu erfahren, wie andere Autoren schreiben, bzw. an das schreiben gehen und damit umgehen, ist immer sehr interessant, auch wenn ich selten etwas darauf für mich verwenden kann - jeder macht es eben anders. Dieses Werkstattgespräch war ja nun auch alles andere als ein Workshop - zum Glück, mit denen kann ich nun garnichts anfangen. Werkstattgespräche aber gibt es, wie Hanns-Josef Ortheil in seiner Einführung erläuterte, schon spätestens seit Eckermanns Gesprächen mit Goethe, und es gibt immer wieder Autoren, die sich gerne auf den Schreibtisch schauen lassen. Dieses Gespärch hier war mal wieder ein richtiger Glücksgriff von Regina und mir, auch wenn die Luft im wunderschön getäfeltem Sitzungssaal des Belgischen Hauses (der einzige uns neue Leseort dieses Jahr) ziemlich stickig war, denn Katja Lange-Müller erwies sich als erfrischend humorvoll, offen und bodenständig und ihre Berliner Schnauze war gerade noch so ausgeprägt, daß sie nicht nervte. In etwas mehr als einer Stunde erzählte sie dann ausführlich, u.a. von ihrer Arbeitsweise und den derzeitigen Umständen in Rom, wo sie bei einem Stipendiat ein Jahr in einer Villa ein für sie viel zu großes Atelier bewohnt, in enger Nachbarschaft mit zwei Komponisten, wie sie während der Arbeit an Romanen immer wieder auf Erzählungen ausweicht, von ihrer Lehrertätigkeit, wie wichtig die richtige Erzählperspektive ist, ihre Vorliebe für Semikolons, und vieles mehr - erstaunlich, was in der kurzen Zeit zusammen kam. Eine kleine Lesung gab es auch, eine Erzählung über eine Berliner Kneipe, die es vielleicht tatsächlich einmal so gegeben hat, und nicht nur die Lesung machte mir Lust auf ihre Bücher. Das eine oder andere werde ich mir sicher demnächst mal antun. Schon um zu sehen, wie sie die ganzen Semikolons einsetzt.
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Freitag, 16. März 2012
Lit.Cologne, die Zwölfte: Tess Gerritsen

Neben allen anderem sind LitCologne-Lesungen auch hervorragend dazu geeignet Autoren und ihre Werke unverbindlich, sprich ohne Kauf- und Leseaufwand kennenzulernen, um dann in Ruhe entscheiden zu können, ob man sich weiter mit ihm/ihr beschäftigen will. Ich denke mal, die Bücher von Tess Gerritsen werde ich mir nicht antun, wenn auch die Lesung gestern in der Kulturkirche sehr interessant war und Tess Gerritsen zwar routiniert, aber dabei sehr symphatisch und liebenswert rüberkam. Dazu noch Mechthild Großmann, mir wie so vielen anderen bekannt und teuer aus dem Münster-Tatort, mit ihrer umwerfenden Stimme, die sie auch diesmal nicht im Stich ließ, obwohl sie es sonst eher gewöhnt ist, in der engen Aufnahmezelle eines Hörbuchstudios statt vor Publikum zu lesen. Sonst schätze ich eher die Originalpassagen bei Lesungen, aber hier waren die deutschen Passagen aus "Grabesstille", dem neuesten (?) Band aus der Serie um Jane Rizzoli und Maura Isles, ein wahrer Genuß. Da konnte der Moderator Günther Keil auch nicht mehr viel verderben, auch wenn mich sein Lehrerenglisch und die oft zu schludrige und hastige Übersetzung (da wurde aus einer Sister-in-Law schon mal eine Stiefschwester) ziemlich nervten. Trotz alledem kam alles zur Sprache, was gesagt werden sollte und einen guten Einblick in Tess Gerritsens Werk vermittelte. Und das alles in der Kulturkirche in Nippes, mittlerweile einer unserer liebsten LitCologne-Leseorte (trotz der unbequemen Kirchenbänke). Da hab ich schon viel schlechtere Auftakte bei dem Festival erlebt.
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Bücherliste 2012: 15.03.2012

Wieder- bzw. neu im Original gelesen:

Jack London, A Son of the Sun

Lang lang ist's her, daß ich als Teenager die Kurzgeschichten um David Grief, den Abenteurer der Solomon-Inseln las - vielleicht war die deutsche Übersetzung sogar eines meiner ersten hundert Bücher. So schön es auch ist, die Geschichten endlich im Original zu lesen, so sehr wird die Freude durch die mangelhafte Ausgabe des Bandes getrübt. Ich weiß nicht, ob das bei allen durch Scan-Verfahren neu aufgelegten Büchern so ist, aber mein Buch wimmelt nur so von Druckfehlern, und das stört das Lesevergnügen doch erheblich. Würden mir die Geschichten nicht so viel bedeuten, hätte ich es schon längst drangegeben. Aber was hilft's, da muß man durch.
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