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Sonntag, 22. März 2009
Literarische Hochzeiten
Baba,
14:22
21. März 1888 Irene Adler und Godfrey Norton heiraten in der St. Monica Church in der Edgeware Road in London. Die berüchtigte Abenteurerin möchte sich durch die Heirat mit ihrem Londoner Anwalt den Nachstellungen ihres Ex-Geliebten, dem König von Böhmen, entziehen. Sherlock Holmes, der im Auftrag des Königs die Dame beschattet, muß bei der Heirat unversehends als Trauzeuge einspringen, um die Ehe zu legalisieren. (Arthur Conan Doyle, "A Scandal in Bohemia", aus: The Adventures of Sherlock Holmes) ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Literarische Hochzeitstage, Arthur Conan Doyle Samstag, 21. März 2009
Lit.Cologne, die Neunte: Remco Campert
Baba,
13:57
Es ist schon eigenartig, da haben Regina und ich uns bei der Auswahl der Lit.Cologne-Veranstaltungen ganz bewußt für einen uns bis dahin völlig unbekannten Autor entschieden (ein Auswahlkriterium war, daß er Niederländer ist, das war dann aber auch das einzige, was ich von ihm wußte), und mir kam es auch vor der Lesung garnicht in den Sinn, mich irgendwie näher mit der Person von Remco Campert zu befassen. So war dann die Überraschung um so größer, als ich mich dann im Alten Pfandhaus (der Leseort war auch ein Auswahlkriterium gewesen) einem der bekanntesten und beliebtesten Autoren der Niederlande gegenübersah, einer der wenigen noch lebenden Mitglieder der Vijftigers, denen er sich im zarten Alter von 19 angeschlossen hatte, und mit fast 80 Jahren der älteste Autor, den ich bis jetzt auf der Lit.Cologne erlebt hatte. Ein fragil wirkender zierlicher kleiner alter Mann, schon etwas angeschlagen, aber voll des gutens Willens und Humor. Außerdem wurde er tatkräftig unterstützt von dem versierten Niederlandkenner Bernd Müller, der mit angenehmer Stimme gekonnt durch den Abend führte, und Thomas Wittmann vom Schauspiel Köln, der wunderbar zu lesen wußte. So wurde der Abend zu einem puren Vergnügen, lediglich, daß ab und an einiges von dem, was Campert erzählte, nicht übersetzt wurde, da der größte Teil des Publikums ihm offenbar mühelos folgen konnte, störte mich etwas, aber jetzt weiß ich endlich, wie sich die Leute auf den englischsprachigen Lesungen fühlen, die nicht soviel verstehen. Vielleicht eine ganz heilsame Erfahrung... Niederländisch hat mich schon oft gereizt als Sprache, die für mich immer irgendwo zwischen deutsch und englisch angesiedelt zu sein scheint und vielleicht sogar die besten Eigenschaften beider Sprachen in sich vereint. Highlight des Abends war die von Remco Campert selbst auf deutsch (!) vorgelesene Geschichte eines Briefes an einen Bruder - trotz der gelegentlichen Schwierigkeiten wirkte das Ganze durch die niederländische Färbung besonders reizvoll, gerade die ironischen Stellen kamen dadurch wunderbar zur Geltung. Und bei dem zum Abschluß vorgetragenen Gedicht, in beiden Versionen vorgelesen, gefiel mir die niederländische Version noch ein wenig besser. Am Ende war ich ernsthaft versucht, mir doch ein Exemplar der "Sanfte Landung" Erzählungen zuzulegen und signieren zu lassen, aber angesichts der vorgerückten Stunde und der endlosen Schlange vor dem Signiertisch verzichtete ich doch lieber. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne Mittwoch, 18. März 2009
Lit.Cologne, die Neunte: David Lodge
Baba,
19:59
So wie es ab und zu eher durchwachsene Veranstaltungen bei der Lit.Cologne gibt, so passiert es auch immer wieder, daß eine geradezu perfekt ist. Wie die Lesung von David Lodge in der Kulturkirche, begleitet von Margarethe von Schwarzkopf und Christian Brückner (ja, genau, Die Stimme ...), und was mehr war, sie hatten auch die Übersetzerin Renate Orth-Guttmann eingeladen. Ach, wäre sie doch nur etwas länger geblieben, ich hätte zu gerne auch eine Signatur von ihr gehabt - aber man kann halt nicht alles haben, selbst an so einem perfekten Abend. Schon gleich zu Beginn tat es mir leid, daß ich David Lodge in den letzten Jahren doch arg vernachlässigt hatte. Der einzige Band von ihm in meinem Regal ist die Trilogy - immerhin drei Bücher in einem - und obwohl ich schon mit "Author, Author" und "Therapy" geliebäugelt hatte, war es bisher nicht zum Vollzug gekommen. Das wird sich jetzt definitiv ändern - zumindest das vorgestellte Buch "Deaf Sentence" ist schon bestellt und vorgemerkt. Und vielleicht mache ich sogar hier eine Ausnahme und sehe mir die deutsche Übersetzung an, weil die Übersetzerin so sympathisch rüberkam und so nette Sachen über ihre Arbeit zu berichten wußte. Ähnlich wie viele Autoren (Julian Barnes z.B.) steht Lodge im ständigen Kontakt zu seinen Übersetzern. Nicht nur, daß er ihnen allen und insbesondere einem guten Dutzend namentlich Genannter das Buch gewidmet hat, sondern er erlaubte ihnen hier sogar angesichts der vielen schwierig bis unmöglich zu übersetzenden Wortspiele und Verhörer die Stellen sinngemäß abzuändern oder gar - meine Güte - ganz wegzulassen. Man sollte ja meinen, daß ich, weil ich englischsprachige Autoren grundsätzlich im Original lese, die Übersetzungsarbeit nicht zu honorieren wüßte, aber dem ist nicht so - mir ist durchaus bewußt, wie teuflisch schwer diese Arbeit ist und daß ich sie mir nie zutrauen würde. Schon die erste vorgelesene Passage aus dem Buch, das von den - nicht immer komischen - Erfahrungen und Betrachtungen eines Schwerhörigen berichtet, faszinierte mich, denn David Lodge untersucht, wie unterschiedlich der Verlust des Gehörs verglichen mit dem des Sehens betrachtet und angesehen wird. jemand der blind wird, ist tragisch, einer, der schwerhörig wird, sorgt allenfalls für Irritation und macht sich oft lächerlich. Allein die mannigfaltigen Beispiele aus der klassischen Literatur waren geradezu augen- oder besser ohrenöffnend. Da muß man David Logde tatsächlich hoch anrechnen, daß er - als erster wie er vermutet und bisher noch nicht bestritten wurde - sich des Themas in dieser Form angenommen hat. Allerdings wurden auch viele eigene Erfahrungen in dem Buch verarbeitet, nicht nur der Verlust seines eigenen Gehörs in seinen Vierzigern (wohlgemerkt, seinen, nicht denen des letzten Jahrhunderts ...), sondern auch Erinnerungen an die letzten Jahre seines Vaters. Margarethe von Schwarzkopf gestaltete die Lesung sehr abwechslungsreich (da könnten sich einige Moderatoren ein Beispiel nehmen), so daß immer wieder neue Aspekte zur Sprache kamen - die Übersetzungsproblematik, seine Arbeit als Literaturwissenschaftler, die Umwandlung eines Buches in ein Drehbuch oder Hörspiel und seine früheren Bücher. Dazwischen wurde vorgelesen, abwechselnd von Lodge und Christian Brückner. Ich müßte lügen, wenn ich sagen würde, daß mir dessen Lesung nicht gefiel - diese heisere, warme Stimme hat einfach was, auch wenn oder weil man sie ständig irgendwo hört - aber ich wünschte, er hätte es beim vorlesen belassen. Als Margarethe von Schwarzkopf ihm auch eine Frage stellte, tat er sich mit seinem Kommentar auf unerträglich theatralische Weise dermaßen schwer, daß ich mir am liebsten die Ohren zugehalten hätte. Manche Leute soll man eben nicht befragen. Die Schlange vor dem Tisch, wo David Lodge signierte war sehr lang und der Arme wirkte auch schon etwas erschöpft, trotzdem ergatterte ich das Autogramm in meiner Trilogy. Thank you, Mr Lodge, it was a lovely evening. Do come again.
Hier findet sich Reginas Bericht. ... Link (3 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne, David Lodge Dienstag, 17. März 2009
Bücherliste 2009: 17.03.2009
Baba,
18:41
Neu gelesen: Der Originaltitel des Buches lautet "Biegoni", sorry "Bieguni", (grob übersetzt 'Läufer') und wie die Autorin gestern erklärte, bezieht er sich auf eine Sekte, deren Anhänger glauben vor dem Teufel geschützt zu sein, wenn sie ständig in Bewegung bleiben (als Bewegung gelten auch Rundfahrten mit der Moskauer U-Bahn zum ausruhen, auch wenn sie dabei bewegt werden, statt selbst zu laufen). Der Sekte ist alles abhold, was so vielen Menschen selbstverständlich ist: eingebunden, eingebettet, registriert und gefesselt im System zu sein, abhängig und überwacht von Behörden, Ämtern, Mitmenschen, mit Personalausweis und Steuernummer versehen, immer am selben Ort verharrend und für jeden auffindbar.. wenn man es recht bedenkt, haben sie nicht so ganz unrecht. Aber auch um Reisen geht es in dem Buch, das Getrieben sein, in vielen Leben und Zeiten. So sehr, daß es der Autorin, die bis dahin als eher seßhaft und ihrem kleinen Dorf verbunden galt, ein ganz neues Image eintrug und man sie begann nach Reiseempfehlungen zu fragen. ... Link (2 Kommentare) ... Comment ... Thema: Bücherliste 2009
Lit.Cologne, die Neunte: Olga Tokarczuk
Baba,
18:11
Es kann ja nicht wirklich jede Lit.Cologne-Veranstaltung von vorne bis hinten gelungen sein, das sehe ich durchaus ein. Aber wenn so wie gestern bei Olga Tokarczuk durchaus und mit relativ einfachen Mitteln mehr rausgeholt hätte werden können, betrübt das doch, gerade bei so einer faszinierenden Autorin. Okay, durch die Sprachbarriere entfällt schonmal das Vorlesen durch die Autorin (obwohl ihr polnisch irgendwie sehr angenehm klang), aber mußte denn die Leseprobe von "Unrast" so endlos lang sein? Warum wurden gerade diese Kapitel ausgesucht und nicht etwas vom Anfang des Buches? Ich las die ersten dreissig Seiten heute morgen im Bus und war trotz der frühen Stunde (nicht gerade meine beste Lesezeit) sehr angetan - und wesentlich interessierter als bei Barbara Rudniks Ausdauerübung. Und auch der langwierigen Einführung durch den Moderator Olaf Kühl fehlte irgendwie der Schwung, dazu sah es anfangs streckenweise tatsächlich so aus, als würden Rudnik und er die Autorin außen vorlassen und über ihren Kopf hinweg entscheiden. Aber nachdem der Leseteil glücklich überstanden war (vielleicht halfen auch die unbequemen Kirchenbänke der Kulturkirche beim Wachbleiben), wendete sich das Blatt etwas. Im Gespräch zwischen Autorin und Kühl, kaum durch Übersetzungen ins polnische unterbrochen, da Tokarczuk offenbar deutsch ganz gut versteht und/oder die Fragen vorher festgelegt waren, wurde mir das vielschichtige und verwickelte Buch wieder richtig interessant, ganz zu schweigen von der Autorin. Roman ist hier offenbar die falsche (und Tokarczuk zufolge recht überholte) Bezeichnung für das Buch, das so weit wie möglich das Leben widerspiegeln soll, so wie Menschen es normalerweise wahrnehmen - nicht linear wie einen Roman oder Erzählung, sondern verwickelt, ungeordnet, durcheinander und über viele Zeit- und Raumebenen hinweg. Es lässt sich auch, wie im richtigen Leben, Fakt von Fiktion nicht immer trennen, es kommen mehrere historische Ereignisse zur Sprache ohne daß sich Tokarczuk sich für deren Authenzität verbürgen will - hier erschien übrigens die Geschichte des niederländischen Wissenschaftlers, der von Phantom-schmerzen geplagt Briefe an seinen amputierten Unterschenkel schrieb, nicht nur mir besonders interessant. Leider kam nach dem Gespräch die Veranstaltung ziemlich abrupt zum Schluß. Sehr bedauerlich, daß die Zuschauer keine Möglichkeit hatten, der Autorin Fragen zu stellen (nicht daß mir eine eingefallen wäre), aber möglicherweise wollten weder Tokarczuk noch Kühl sich dies angesichts der Sprachschwierigkeiten zutrauen. So ließen Regina und ich uns noch unsere Bücher unterschreiben und machten uns auf den Heimweg. Morgen gibt es dann mehr aus der Kulturkirche - same time, same place, different author - und mal sehen, was David Lodge zu bieten hat...
Hier findet sich Reginas Bericht. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne Sonntag, 15. März 2009
Bücherliste 2009: 15.03.2009
Baba,
21:10
Neu gelesen: Au weia, so rabenschwarz und bitterböse hatte ich mir diesen Autor garnicht vorgestellt. Die Stories in diesem Band kommen mir vor wie Kishon meets Sedaris und dann alles nochmal kräftig geschwärzt und extra Boshaftigkeit zugegeben. Und doch lesen sich die Geschichten einfach köstlich. Was mich auch beeindruckt, niemals wird einer der vielen jüdischen Begriffe oder Zitate übersetzt oder gar erklärt. Endlich mal jemand, der seine Leser selber denken lässt.. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Bücherliste 2009 Samstag, 14. März 2009
Eindrücke aus der Kölner Flora
Baba,
23:46
am ersten wärmeren Märztag (über 15 Grad!), kurz bevor der Regen wiederkam. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Babas Fotos, Baba war in der Flora ... Nächste Seite
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