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Mittwoch, 17. März 2010
Lit.Cologne, die Zehnte: Wolf Haas
Baba,
11:38
Dass es witzig werden würde mit Wolf Haas, stand eigentlich von Anfang an außer Frage, aber ein bißchen anders hatte ich mir die Lesung auf dem 'Literaturschiff' doch vorgestellt. Vielleicht ist das bei diesem Autor schon Programm? Die Veranstaltung fing pünktlich an, wofür man die Verantwortlichen in Anbetracht der schier endlosen Signierschlangen vor Diana Gabaldons Signiertisch bei der Lesung unmittelbar davor wirklich loben muss. Und dann eine echte Überraschung, denn Wolf Haas stellte sich seinem Publikum ganz allein, ohne Moderator und/oder Interviewer und ergänzte seine Lesung aus dem neuen Brenner-Krimi lediglich mit ein paar Anekdoten und genüßlich wie ironisch präsentierten Forumbeiträgen aus dem Internet zu einem Online-Interview in einer österreichischen Zeitung. (Da bekommt der Merksatz 'Das Internet vergißt nichts' für mich eine ganz neue Bedeutung). Die Lesung aus "Der Brenner und der liebe Gott" machte umgehend Lust auf das Buch, das ich mir aber noch verkneifen werde, bis ich zumindest den Band davor gelesen habe, in dem dieser geniale Erzähler am Ende angeblich erschossen wird. Auf die Frage, wie und warum er jetzt wieder auferstanden ist, ging Haas nicht direkt ein, vielleicht weiß er es selbst nicht genau oder er wollte den Lesern, die das Buch noch nicht kannten, nicht die Spannung nehmen. Die Stimme und Erzählart dieses Ich-Erzählers hatte ich mir bisher etwas anders vorgestellt, jetzt weiß ich endlich, wie sie richtig klingt. Die Pause nach einer Dreiviertelstunde Lesung war wohl auch seine Vorgabe, wobei er noch anmerkte, dass ihm, seit er nur noch auf Schiffen liest, keine Zuhörer mehr in der Pause laufen gehen. Trotz langem Beifall liess er sich am Schluss zu keiner Zugabe mehr erweichen, sondern machte sich auf die Suche nach dem versprochenen Signiertisch im oberen Stockwerk. Der war aber nicht gleich zu finden und so signierte er eben einfach im Vorraum vor dem Ausgang an einer Theke. Den Veranstaltern, die einen Stau befürchteten, gefiel das zwar nicht, aber es funktionierte - und hatte für mich den Vorteil, dass ich als Zweite drankam und schon kurz nach Anlegen von Bord kam. Achja. Öfter mal was Neues. Oder Anderes.
... Link (2 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne Dienstag, 16. März 2010
Schade, schade..
Baba,
16:21
so weit wie letztes Jahr haben es die tapferen drei Musketiere vom Vorgarten diesmal nicht geschafft - **oder Vögeln - wie ich inzwischen aus vertrauenswürdiger Quelle erfuhr, werden Krokusse auch oft von Vögeln gefressen. Ohje, nachher hab ich den Schulkindern Unrecht getan ... ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Krokusse
Lit.Cologne, die Zehnte: John Burnside
Baba,
16:13
Schon vor zwei Jahren hatte John Burnside mich mit „The Devil’s Footprints“, seinem poetischen Sprachstil und der kraftvollen Vorstellungswelt fasziniert. Dieses Jahr setzte er in der Comedia mit „Glister“ noch einen drauf, ich kann es kaum noch abwarten, das Buch zu lesen. Schon das erste Kapitel (Prolog?), von ihm selbst vorgelesen, lud schon vom Sprachstil her zum träumen ein. Nach den deutschen Auszügen, von Gustav Peter Wöhler vorgetragen, bin ich auch ein wenig versucht, mir die deutsche Übersetzung anzutun, schon um einmal Bernhard Robben auch als Übersetzer kennenzulernen und nicht nur als Moderator. Bei dieser Lesung hätte er allerdings besser dran getan, weniger eigene Ideen zu dem Buch und Burnsides Werk einzubringen und sich damit zu verrennen und lieber den Autor mehr zu diesem Buch und seinem aktuellen Projekt erzählen zu lassen. Auch die (oft völlig unnötige) Übersetzung von Burnsides Ausführungen fiel meist zu detailliert und ermüdend aus, vor allem, wenn es etwas zu metaphysisch oder mystisch wurde. Dabei war es so interessant, was Burnside von Geistern und der Verbindung zu Toten, alten Gebräuchen und lebendig Begrabenen, unsichtbaren Begleitern, toten Geschwistern und verschwundenen Zwillingen (ob körperlich tatsächlich verschwunden, d. h. absorbiert oder nur eingebildet) zu erzählen hatte (und das nicht nur, weil ich mich in meinem eigenen Roman mit dieser Idee beschäftige), dass ich ihm noch stundenlang hätte zuhören können. Indes, die Zeit war zu kurz. Dieses Mal schaffte ich es schnell in die Signierschlange zu kommen und ließ mir ein Autogramm in „The Devil’s Footprints“ geben. Vielleicht gibt es noch einmal die Gelegenheit, mir auch „Glister“ signieren zu lassen. Das wäre schön.
... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne
Bücherliste 2010: 15.03.2010
Baba,
15:17
Neu gelesen: Wolf Haas, Silentium Diesen Band hatte ich mir selbst aus der Brenner-Reihe ausgesucht und für die heutige Lesung besorgt, auch weil das Thema gerade so aktuell ist. Bis jetzt gefällt mir der Band noch besser als 'Der Knochenmann' - vielleicht weil es in Salzburg spielt und bei aller Spannung so erfrischend respektlos und gnadenlos witzig daherkommt. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Bücherliste 2010
Lit.Cologne, die Zehnte: Maarten 't Hart
Baba,
15:11
Dieses Mal lässt sich die Lit.Cologne sehr musikalisch an. Am Samstag gabs noch Barockwerke zu hören, und am frühen Sonntag nachmittag leitete der musikbegeisterte Maarten 't Hart die Lesung in der Kulturkirche höchstpersönlich mit einem kleinen Orgelkonzert ein. Auch sonst war die Lesung überaus harmonisch. Moderator Michael Wirz präsentierte Autor und Buch gekonnt und ohne Längen, dafür sehr freundschaftlich und hielt auch die Lesungen (eine am Ende auf allgemeinen Wunsch hin von 't Hart auch auf niederländisch, was sich als sehr unterhaltsam erwies) gerade so lang, daß man einen guten Eindruck von dem Buch bekam, ohne dass das Zuhören auf den beengten und harten Kirchenbänken zu unbequem wurde. Es gab auch viel Interessantes vom Autor selbst zu erfahren: dass die Deutschen ein eher verklärtes Bild von den Niederlanden haben, während er am liebsten nach Deutschland ziehen würde - das stand am Tag nach der Lesung sogar in der Zeitung -, dass er anscheinend bevorzugt autobiografisch schreibt und die fertigen Werke zwar den meisten darin erwähnten Personen zu lesen gibt, aber nicht seiner Mutter, dass dank seiner Musik-begeisterung auf die bisherigen Bände "Mozart und ich" und "Bach und ich" anläßlich des 200sten Todesjahres 2013 ein Band "Wagner und ich" folgen wird (noch vor dem überfälligen "Schubert und ich") und er die deutsche Sprache gerade wegen der vielen Fälle und Artikel als viel reicher und ausdrucksstarker als das Niederländische empfindet. Auch bei dem langen Frage-und-Antwort-Teil kam manches Witzige zu Tage. Bei der Frage zu dem Titel des besprochenen Romans "Der Schneeflockenbaum" musste zum Schluß der Übersetzer Gregor Seferens den botanisch erfahreneren Zuhörern erklären, daß nicht etwa der Schneeball(strauch), sondern der Schneeflockenstrauch gemeint war, der im Niederländischen ein Baum ist und ihm als Strauch aber einfach zu klein war. Weil ursprünglich auch die Originalausgabe so heißen sollte (der Verlag änderte den Titel dann in "Verlovingstijd" um), war es Maarten 't Hart auch sehr recht. So unterhaltsam die Lesung auch war, so richtig interessierte mich der vorgestellte Roman eigentlich nicht und der geballte Ansturm auf den Signiertisch schreckte mich auch ab. Vielleicht ein andermal, wenn ich etwas anderes von Maarten 't Hart gelesen habe - wie "Das Wüten der ganzen Welt" oder "Die schwarzen Vögel" z. B. Irgendwann kommt er bestimmt nochmal. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne Montag, 15. März 2010
Lit.Cologne, die Zehnte: Die Perücken trügen
Baba,
14:52
Dass in der Lit.Cologne von uns gebuchte Veranstaltungen abgesagt werden, ist Regina und mir schon öfter passiert. Diesmal war es gleich bei unserer ersten Lesung soweit: am Eingang vom Schauspielhaus in Köln wurden wir durch einen Zettel informiert, dass Siegfried Lenz erkrankt war. Das war sehr bedauerlich - hoffentlich erholt er sich wieder bald - aber nach diesem Pechsfall hatten wir eigentlich nur noch Glück. Dass wir für die zweite Veranstaltung im Schauspielhaus an diesem Tag an der Abendkasse noch vier zusammenhängende (!) Karten bekamen, war schon schier unglaublich, aber noch mehr Glück hatten wir mit der Veranstaltung selbst. Roger Willemsen und Daniel Hope, der englische Geigenvirtuose, präsentierten einen rundum gelungenen Abend zum Thema Barock, literarisch wie musikalisch. Sowohl die meisterlichen Darbietungen des Barockensembles (komplett mit Barockgitarre und zwei Lauten sowie einem versierten Trommler, den man an dieser Stelle erst einmal garnicht vermutet hätte) als auch die reichhaltige Auswahl an barockem Schrifttum von Herrn Willemsen waren ein einziger Genuß. Im Wettstreit darüber, ob sich an der Kunst des Barock eher in der Musik oder in der Literatur erkennen lässt, wie 'die Perücken trügen', d. h. die Zeit nicht so steif, konventionell, reglementiert und streng war wie die damalige Mode nahelegt, wurden Werke sowohl von den bekannten Vertretern - Bach, Händel, Scarlatti und Vivaldi - und unbekannteren wie Ortiz, von Westhoff, Falconieri und Ucellini von Hope aufgefahren, und von Willemsen mit Gedichten, Zitaten und Auszügen von mir leider völlig unbekannten Barockautoren (u. a. 'Le Pensive', Hoffmann von Hoffmannswaldau, Paul Fleming) begegnet. Und das alles konnten wir auch noch aus der zweiten Reihe direkt an der Bühne heraus genießen. Somit wurde es doch ein perfekter Auftakt der diesjährigen Lit. Cologne. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne, Roger Willemsen Samstag, 13. März 2010
Bücherliste 2010: 11.02.2010
Baba,
13:21
Neu gelesen: Mo Hayder, Birdman Neue Krimiserien von bisher ungelesenen Autoren anzufangen ist immer spannend. Ob Mo Hayders Werke einen dauerhaften Platz in meinem Bücherregal finden, weiß ich noch nicht, nach den ersten Kapiteln meines Einstiegsbands sieht es aber ganz danach aus. Mal sehen, wie der sich weiter entwickelt. Mit 'Skin' warte ich aber lieber noch bis nach der Lesung. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Bücherliste 2010 ... Nächste Seite
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