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Sonntag, 18. März 2007
Lit.Cologne, die Siebte - Julian Barnes
Baba,
21:23
Erfreulich an dieser, leider letzten, Veranstaltung der Lit.Cologne dieses Jahres für Regina und mich war so einiges. Erstmal der Ort, wieder ein uns unbekannter und dazu sehr angenehmer, nämlich die Kulturkirche in Köln-Nippes. Obwohl nachwievor als Kirche für Gottesdienste und dergleichen genutzt, finden in ihr auch Konzerte und Theateraufführungen statt. Die Ausstattung und Einrichtung machen natürlich viel mehr her als z. B. die Aula des Polizeipräsidiums und so gab es auch im Inneren der Kirche soviel zu entdecken, daß die Wartezeit auf Julian Barnes nicht lang wurde. Bei dem fühlte ich mich gleich irgendwie an seine erste Lit.Cologne-Lesung vor 5 Jahren erinnert. Die fand zwar in einem Theater statt, aber sonst war alles wie gehabt, Julian Barnes hatte sich äußerlich kaum verändert und auch die Übersetzerin und Moderatorin Gertraude Krueger lieferte sich mit ihm den gleichen liebevollen Schlagabtausch wie damals. Wie damals fühlte ich mich ein klein wenig an ein altes Ehepaar erinnert - was bei einer so langen und fruchtbaren Zusammenarbeit wohl kaum zu vermeiden ist. Richtig nett war auch damals wie heute zu sehen, wie die beiden sich perfekt ergänzen und Julian Barnes immer wieder mit gelassenem, oh so britischem Humor ihre nervöse Betulichkeit ausglich und so immer wieder für Lacher sorgte. Der deutsche Vorleser war aber sicher ein anderer und natürlich war es ein ganz anderes Buch, um das es heute ging. Arthur & George, über das ich von Rechts wegen einen Baba-liest-Beitrag hätte schreiben müssen, als ich es vor einigen Wochen las, denn nicht nur gab mir das Schicksal von George Edalji und die Aktualität der Ereignisse sehr zu denken, sondern vor allem Arthur Conan Doyles Beschreibung fand ich als alter Sherlock-Holmes-Fan völlig faszienierend. Julian Barnes gab sich solche Mühe, das Buch so zu präsentieren, als ob man es zum ersten Mal zu sehen bekam und noch garnicht wußte, um was es überhaupt darin ging, daß es mir richtig leidtat, daß ich es schon gelesen hatte. Trotzdem war es schön, die ausgewählten Passagen noch einmal von ihm zu hören (falls es sie noch nicht gibt, sollte es von Barnes unbedingt Audiobücher geben) und auch die deutschen Passagen waren interessant im Vergleich. Dann gab es noch Ausführungen zu der Geschichte des Romans, wie Barnes überhaupt an den Stoff gekommen war (wirklich verblüffend, daß in all der Zeit noch niemand daran gedacht hat, sich des Themas anzunehmen) und einige Erkenntnisse aus seinen Recherchen. Und gerade als es mir auf der Kirchenbank doch etwas zu unbehaglich wurde, kam die Lesung zum Schluß, und es blieb nur noch mich zu bemühen, in der Signaturschlange möglichst weit vorne anzustehen. Das war aber kein Problem, weil Barnes beim signieren ein ziemliches Tempo vorlegt. Da wäre auch Regina schnell zu Potte gekommen .. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne, Julian Barnes
Literarische Todestage
Baba,
12:35
16. März 1897 Brenda Tregennis die heimliche Verlobte von Dr. Leon Sterndale stirbt an den Auswirkungen eines geheimnisvollen Halluzinogens, das zwei ihrer Brüder in den Wahnsinn treibt. Sherlock Holmes unternimmt einen riskanten Selbstversuch um den Fall zu klären und kommt nur dank Dr Watsons Eingreifen unbeschadet an Leib und Seele davon. (Arthur Conan Doyle, "The Adventure of the Devil's Foot", aus "His Last Bow", 1917) ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Literarische Todestage, Arthur Conan Doyle Samstag, 17. März 2007
Lit.Cologne, die Siebte - Neil Gaiman
Baba,
13:29
Neil Gaiman ist immer ein Erlebnis. Ob nur bei einem kurzem Plausch und Signieren in Brüssel, einer von hoffnungslos überforderten Veranstaltern geleiteten Lesung in Köln oder jetzt endlich im Rahmen der siebten Lit.Cologne, es lohnt sich immer und sei es nur, weil er so nett, witzig und unterhaltsam ist, daß er sich auch schonmal wiederholen kann, ohne zu langweilen. Und wenn ihm dann noch ein so exzellenter Moderator wie Helmut Pesch zur Seite steht, unter dessen Leitung er sich ungehindert und entspannt entfalten kann, dann kommt dabei ein wirklich gelungener und unvergesslicher Abend heraus. Diesmal gemäß der Lit.Cologne-Tradition von Lesungen an etwas anderen Orten im Toyota-Autohaus am Raderbergsgürtel, was nicht nur Neil Gaiman sehr amüsierte ("... and if you don't like what I write, you get a free car.") Die Mitarbeiter des Autohauses gaben sich sehr viel Mühe und auch wenn die Akustik ab und zu etwas zu wünschen übrig ließ, habe ich doch schon wesentlich unerfreulichere Veranstaltungsorte und -Moderationen erlebt. An dieser Stelle gebührt Herrn Pesch denn auch ein ganz großes Lob. Nicht nur weil er sich ganz offensichtlich sehr gründlich über Neil Gaiman informiert hatte, und ihn in ausgezeichnetem Englisch tiefgreifende und interessante Fragen zu Anansi Boys, anderen Werken und seiner Art zu schreiben an sich stellte, sondern auch weil er, statt sich mit langatmigen Übersetzungsversuchen aufzuhalten, alles gesagte noch einmal kurz und knackig auf den Punkt brachte. Da kam denn auch u. a. zur Sprache, was Anansi Boys mit Comics zu tun hat, daß gerade die Genrefreiheit der Comics es Neil Gaiman ermöglichte, in dem Buch soviele unterschiedliche Elemente wie Komödie, Romantik, Horror und Fantasy einzubringen, daß es entgegen aller Konventionen unmöglich einzuordnen ist, auch und vor allem vom Autor selbst. "So what kind of book is it?" "Well.. it has about 450 pages .." Erfreulich war auch, daß auch soviel andere Aspekte von Gaimans Werk angesprochen wurden, Journalismus, Filmarbeit und Drehbücher, Zusammenarbeit mit anderen Autoren, und seine Internetpräsenz und die Arbeit in seinem Blog, die wie es scheint, nicht nur auf seine Leser süchtigmachend wirkt, sondern auch auf ihn. Das Posting über seinen Aufenthalt in Köln war dementsprechend auch schon sehr schnell online .. Gelesen wurde natürlich auch aus Anansi Boys, abwechselnd von Gaiman in englisch und dem armen, völlig vernachlässigten Gerd Köster in deutsch, der, außer wenn er vorlas, eigentlich nur stumm dabeisitzen durfte und obendrein Gaiman im Vergleich zu "Mad Martin Semmelrogge" viel zu normal vorkam. (Also ich vermisste Semmelrogge überhaupt nicht..) Ein wenig betrüblich fand ich es aber doch, daß die ausgewählten Passagen ausschließlich den komödienhaften Anteil des Buches wiedergaben. Wenn so ausführlich diskutiert wurde, wieviele unterschiedliche Genre in dem Buch vereinigt wurden, hätte es doch Sinn gemacht, auch die Auszüge entsprechend unterschiedlich zu machen. Nach den Publikumsfragen, die teilweise auch sehr interessant waren, wie die nach untold stories (hier die Geschichte, wie Delight zu Delirium wurde) und nach Kinderbüchern (der Journalist, der 'Coraline' unmoralisch fand und Gaiman tatsächlich weismachen wollte, in Deutschland würden Kindern Grimms Märchen nicht mehr vorgelesen, gehört in den Hintern getreten), kam die Lesung zum Ende und es ging ans Signieren. Ich schaffte es diesmal nur ins letzte Drittel der Schlange (irgendwie bin ich wohl aus der Übung), woraufhin Regina gleich die Flucht ergriff. Aber nach einer Dreiviertelstunde geduldigen Ausharrens (es ging nur so langsam, weil Gaiman sich beim signieren immer soviel Zeit nimmt und viele Fans sich ganze Stapel Bücher mitgebracht hatten) konnte ich auch endlich die Zahl meiner von Neil Gaiman signierten Bücher von 6 auf 8 erhöhen. "Thank you for a lovely evening and come back soon!" Und das versprach er denn auch tatsächlich. Wow. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne, Neil Gaiman Montag, 12. März 2007
Literarische Todestage
Baba,
21:24
12. März 198* Victoria Barletta kommt ums Leben, als ihrem unfähigen Schönheitschirurgen bei ihrer Nasenoperation ein fataler Fehler unterläuft. Er entsorgt die Leiche seiner Patientin mithilfe des Woodchippers seines Bruders. (Carl Hiaasen, "Skin Tight", 1989) ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Literarische Todestage Samstag, 10. März 2007
Lit.Cologne, die Siebte - Tschingis Aitmatov und Galsan Tschinag
Baba,
19:38
In den sieben Jahren, seit es die Lit.Cologne gibt, haben Regina und ich ja schon einiges auf den diversen Veranstaltungen erlebt. In all der Zeit ist es aber noch nie vorgekommen, daß wir bei einer Lesung dabeiwaren, die so aus dem Ruder lief, daß alles um ein Haar im Chaos endete. Soweit, daß die Zuschauer scharenweise aus dem Festsaal der Flora flüchteten, kam es zwar nicht, aber das war bestimmt nicht Tschingis Aitmatovs Verdienst. Woran mag es nur gelegen haben, daß dieser in Deutschland so beliebte und erfolgreiche Autor sich wie ein Platzhirsch ständig in den Vordergrund drängte, die Übersetzungsbemühungen seiner Dolmetscherin weitgehend ignorierte und mit aller Gewalt Werbung für sich und sein Buch machte? Waren die vorab erhältlichen Exemplare ("Der Schneeleopard" erscheint offiziell erst in einigen Tagen) nicht in genügender Anzahl verkauft worden? Oder lag es daran, daß sein langjähriger Übersetzer und Kamerad Friederich Hitzer nicht dabei sein konnte, weil er vor kurzem verstarb? Vielleicht hatte er diesen ungestümen und eigensüchtigen Autor besser im Griff gehabt. Vielleicht aber ertrug Aitmatov es einfach nicht, daß der ruhige und zurückhaltende Autor und Schamane Galsan Tschinag ihm letztendlich doch die Show stahl, nachdem er so überaus geduldig darauf gewartet hatte, daß die Reihe an ihn kam, und dann mit seinem Humor, seiner kindlich-frohen Weltanschauung und seinen guten Deutschkenntnissen, die es ihm ermöglichten, selbst einen Auszug aus "Die neun Träume des Dschingis Khan" vorzulesen, die Sympathien des Publikums sofort auf seine Seite zog. Schade eigentlich, der Abend hätte so schön sein können, die beiden vorgestellten Bücher weckten durchaus Lust darauf sie zu lesen und ein tiefgehenderer Austausch zwischen den beiden Autoren wäre sicherlich sehr interessant geworden. Aber es hat eben nicht sollen sein .. Und eben sah ich die Meldung, daß die Veranstaltung mit Peter Temple ausfällt - schon die zweite von unseren ursprünglich fünf Veranstaltungen. Och menno. ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Lit.Cologne Mittwoch, 7. März 2007
Literarische Todestage
Baba,
21:03
7. März 1968 Ernst Sigurd Karlson zieht es vor, sich durch Gasvergiftung umzubringen, bevor seine Mörder an ihn herankommen können - dabei ahnt er nicht, daß unter seiner Matratze längst eine Bombe tickt. (Maj Sjöwall/Per Wahlöö, "Alarm in Sköldgatan", 1969) ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Literarische Todestage Sonntag, 4. März 2007
Literarische Geburtstage
Baba,
13:10
3. März 19* Mark Munday der schüchterne und gehemmte Junge, der sich immer nur mittelmässig fühlt und erst mithilfe seines geheimnisvollen, für andere unsichtbaren Freundes Mitty etwas Selbstbewußtsein erlangt, hat an diesem Tag Geburtstag. (Anne Barrett, "Midway/Mein Tiger Mitty", 1967) ... Link (0 Kommentare) ... Comment ... Thema: Literarische Geburtstage, Anne Barrett ... Nächste Seite
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